Ilona Keserü. FLOWDie ungarische Malerin Ilona Keseru feierte im Jahr 2023 ihren 90. Geburtstag. Mit einer sieben Jahrzehnte whrenden Karriere ist sie eine der bedeutendsten abstrakten Kunstlerinnen der Nachkriegszeit, der hier die erste umfassende Monografie gewidmet wird. Keserus Malerei verbindet Elemente der ungarischen Volkskultur mit Motiven der europischen Moderne. Durch ihren organisch abstrakten Stil in kuhnen Farben und Formen grenzte sie sich in den 1950er
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Die ungarische Malerin Ilona Keserü feierte im Jahr 2023 ihren 90. Geburtstag. Mit einer sieben Jahrzehnte währenden Karriere ist sie eine der bedeutendsten abstrakten Künstlerinnen der Nachkriegszeit, der hier die erste umfassende Monografie gewidmet wird. Keserüs Malerei verbindet Elemente der ungarischen Volkskultur mit Motiven der europäischen Moderne. Durch ihren organisch-abstrakten Stil in kühnen Farben und Formen grenzte sie sich in den 1950er Jahren, der Zeit des Ungarischen Volksaufstands, vom staatlich verordneten Sozialistischen Realismus ab. Im folgenden Jahrzehnt begann Keserü mit unterschiedlichen Materialien und Techniken zu experimentieren. Motive, die auf ihre weibliche Identität anspielen, traten verstärkt in den Vordergrund – noch vor und unabhängig vom aufkommenden Feminismus der zweiten Welle. Die leuchtenden Farben ihrer sinnlichen Abstraktionen waren stets das Ergebnis wissenschaftlich-künstlerischer Experimente.
Ilona Keserü (*1933 in Pécs, Ungarn) arbeitete nach nach dem Studienabschluss an der Akademie der Bildenden Künste in Budapest im Jahr 1958 zunächst als Illustratorin. Ab Mitte der 1960er-Jahre nahm sie an den wichtigen Ausstellungen der sogenannten Iparterv-Generation teil und war daneben als Bühnen- und Kostümbildnerin tätig. Seit 1983 lehrte sie an der Universität von Pécs und gründete dort die Meisterschule für Bildende Künste. Ihre Werke waren und sind in zahlreichen Ausstellungen und Sammlungen vertreten, darunter Women in Abstraction im Centre Georges Pompidou, Paris (2021). Sie lebt und arbeitet in Budapest.